DISCOVERING BERLIN BRANDS Unityartclub

Fotos © Emilio Stolorz & CD bettercalfrizzy
INTERVIEW LUIS SCHÖLL
Unityartclub will die Leichtigkeit der 2010er zurückbringen
eine Brand, die Mode, Musik und Kunst verbindet und Künstler*innen zu mehr Kollaborationen motivieren will. Wie schafft man das?
Wie würdest du unityartclub jemandem beschreiben, der deine Marke nicht kennt?
Am wichtigsten ist uns der visuelle Eindruck, den der Betrachter bekommt, wenn er das erste Mal unsere Brand sieht. Es soll ein Gefühl von Leichtigkeit entstehen, wie wenn wir an die 2010er Jahre zurückdenken. Diese Leichtigkeit,
die uns verloren gegangen ist, versuchen wir mit unityartclub zurückzubringen.
Zieht dieser Wunsch nach Leichtigkeit die Menschen aktuell an?
Auf jeden Fall! Dieses Gefühl, sich ohne Druck treiben zu lassen, vermissen heute einfach viele Leute.
Wieso?
Viele Menschen sehnen sich gerade nach „echten” Momenten und nach dem Gefühl, nicht ständig performen zu müssen. Ich glaube, diese 2010er-Jahre hatten eine besondere Energie. Damals war vieles noch unbeschwerter, spontaner, freier. Die Menschen haben einfach ausprobiert, ohne zu viel nachzudenken oder alles strategisch zu planen. Dieses Gefühl von „einfach machen“ inspiriert mich sehr, weil es in der heu- tigen Zeit oft verloren geht. Wir leben in einer Zeit, in der alles schneller, ernster und digitaler geworden ist. unityartclub soll genau das Gegenteil verkörpern: Die Freiheit, einfach kreativ zu sein, ohne Druck und ohne Regeln.
Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, unityart- club zu gründen?
Wir wollten ein Konzept schaffen, das Fashion, Musik und Kreativität noch stärker vereint. Dafür habe ich das „uni- tyartclub house” erschaffen. Ein Konzept wie ein Haus mit drei Etagen: Unityartclub als Brand und Connector, U.A.C play als Plattform für Events und Musik und die Creative Agency als Dienstleistung für Creative Direction, Shootings, Konzepte und Visuals.
Bietet ihr bewusst nur einzelne Kleidungsstücke an, statt komplette Kollektionen?
Ja, aktuell liegt der Fokus noch auf einzelnen Pieces oder kleinen Capsule-Kollektionen. Ich möchte mir Zeit neh- men, die Vision organisch wachsen zu lassen. Aber langfristig plane ich auch größere Kollektionen und Schauen.
Plant ihr bald auf der Berlin Fashion Week zu zeigen?
Das ist nicht ausgeschlossen. Mein Fokus liegt aber gerade darauf, unityartclub international noch stärker zu vernetzen. Sei es durch Kollaborationen oder auch Events in anderen Städten, vor allem in L.A. oder New York.
Was unterscheidet unityartclub von anderen jungen Brands in Berlin oder Deutschland?
Es ist ein Konzept, das kreative Individuen zusammen- bringt, um gemeinsam etwas zu kreieren. Dass wir damit einen Nerv getroffen haben, bestätigt uns unser großes Wachstum in den letzten Monaten. Durch Kollaborationen und Projekte ist ein großes Netzwerk in den USA entstanden, das ich weiter ausbauen werde. Berlin inspiriert mich natür- lich durch die Offenheit, Subkultur und Freiheit, aber der Vibe von unityartclub geht über Berlin hinaus.
Was hat es mit den Flügeln auf sich, die all eure Models tragen?
Die Flügel sind ein großer Bestandteil der visuellen Präsenz von unityartclub. Sie sollen die Leichtigkeit wider- spiegeln, die unityartclub verkörpert.
Gibt es Künstler*innen, Musiker*innen oder Subkulturen, die euch inspirieren?
Yung Lean, Bladee und Ecco2k haben mich in vielerlei Hinsicht inspiriert. Während meiner Zeit in Stockholm, als ich für Avavav gearbeitet habe, haben mich vor allen Dingen die Menschen inspiriert, die ich dort getroffen habe. Aber die größte Inspiration sind die frühen 2000er bis 2010er Jahre.
Was würdest du jungen Kreativen raten, die ein ähnliches Projekt starten wollen?
Go for it! Viele verrennen sich in Konzepten und Pla- nung. Viel wichtiger ist es, den ersten Schritt zu machen und anzufangen. Oft entwickeln sich Konzepte erst mit der Zeit – und das ist auch gut so. Gerade am Anfang sollte man sich nicht zu sehr darauf beschränken, in welche Richtung man gehen will.
Was willst du langfristig mit unityartclub erreichen?
Neben einer erfolgreichen Brand gilt für mich: Ich will kreative Menschen zusammenbringen.
Mein Ziel ist, etwas aufzubauen, das Kreativen hilft, sich zu vernetzen, Kollaborationen zu schaffen und sich gegensei- tig zu unterstützen. 2

